Was ist der Wingolf?
Der Bremer Wingolf ist eine Studentenverbindung an den Hochschulen im Land Bremen. Er wurde 1998 gegründet und ist damit das jüngste Mitglied des seit 1844 bestehenden Wingolfsbundes, einem der ersten Korporationsverbände Deutschlands und einer der ältesten ökumenischen Gemeinschaften der Welt. Zur Zeit ist der Wingolf in mehr als 30 Städten in Deutschland sowie in Wien und in Tartu (Estland) vertreten. Zudem pflegen wir ein enges Freundschaftsverhältnis zum Falkensteinerbund in der Schweiz.
Wir sind parteipolitisch neutral und lehnen als christliche Verbindung Duell und Mensur ab. Auf dem Wartburgfest 2009 ist der Bremer Wingolf zum Vorort des Wingolfsbundes, also der präsidierenden Verbindung gewählt worden. Wir freuen uns sehr, den Wissenschaftsstandort Bremen so nach außen präsentieren zu können und das Vertrauen bekommen zu haben, unseren Bund zu vertreten.
Unsere Prinzipien: Corporativum – Academicum – Christianum – Lebensbund
Corporativum: Wir sind eine Gemeinschaft von aktiven und ehemaligen Studenten. Bei uns finden sich vom Ingenieur über den Juristen bis zum Historiker alle Fachbereiche. Wir pflegen Freundschaften über das Studienende hinaus, pflegen studentische Traditionen und feiern zusammen. Dabei vermitteln wir Fertigkeiten, die nicht nur in Studium und Beruf hilfreich sind.
Academicum: Wir unterstützen uns gegenseitig im Studium und haben einen akademischen Anspruch über den Tellerrand unseres Fachbereichs hinaus. Dafür laden wir uns Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu Vorträgen und Diskussionsabenden ein, um unseren Horizont zu erweitern.
Christianum: Als christliche Verbindung stehen wir für die Verantwortung eines jeden gegenüber der Gemeinschaft und für die Hilfe und Unterstützung der Schwächeren.
Lebensbund: Wir sind ein Bund über das Studium hinaus und verlieren uns nicht aus den Augen. Damit ist der Wingolf seit mehr als 160 Jahren eine verlässliche Gemeinschaft für Generationen von Studenten.
Der Begriff
Der Begriff, oder besser, der Name ,,Wingolf” stammt vom altnordischen Begriff vingolfr (Freundeshalle) ab und bezeichnet der germanischen Mythologie zufolge einen Raum in Wallhall. Bekannt wurde er durch den im 18. Jhr. lebenden, deutschen Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der als Titel für eine Sammlung von Dichtungen ,,Wingolf” wählte und ihn selbst als ,,Tempel der Freundschaft” übersetzte.
Weshalb nennen wir uns so?
Bereits zu Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Studentenverbindungen, die sich nach dem Klopstock’schen Wingolf benannten, gegründet. Ursprünglich handelte es sich dabei um christlich-theologische Freundschafts- und Lesezirkel, innerhalb derer diskutiert und philosophiert wurde. Das zu dieser Zeit vorherrschende Selbstempfinden der akademischen Jugend ließ sie sehr für die germanische Mythologie schwärmen, wie sie von Klopstock mit ästhetisiertem Christentum und deutschem Nationalgefühl verbunden wurde.
Im Jahre 1844, auf dem sogenannten “ersten Konzil”, schlossen sich die damals noch als Vereine fungierenden Wingolfsverbindungen Erlangen, Halle und Berlin zum “Wingolfsbund” zusammen. Seitdem sind stetig neue Verbindungen zu diesem Dachverband hinzugekommen.
Heute existieren über 30 Verbindungen in Deutschland, Österreich und Estland, die dem Wingolfsbund angehören. Jeder von uns hat unterschiedliche Gründe, warum er ,,seiner” Wingolfsverbindung beigetreten ist, doch uns allen ist gemein, daß wir in einer alten Tradition stehen, die wir zu bewahren trachten.
[In Kürze wird hier ergänzt: Kurze Geschichte zu den Studentenverbindungen und ihrer Bedeutung für die deutsche Geschichte, insbesondere die 1848er-Revolution, Geschichte des Wingolfs, Studentische Traditionen]