Der Begriff, oder besser, der Name ,,Wingolf" stammt vom altnordischen Begriff vingolfr (Freundeshalle) ab und bezeichnet der germanischen Mythologie zufolge einen Raum in Wallhall. Bekannt wurde er durch den im 18. Jhr. lebenden, deutschen Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock, der als Titel für eine Sammlung von Dichtungen ,,Wingolf" wählte und ihn selbst als ,,Tempel der Freundschaft" übersetzte.
Weshalb nennt ihr euch so?
Bereits zu Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Studentenverbindungen, die sich nach dem Klopstock'schen Wingolf benannten, gegründet. Ursprünglich handelte es sich dabei um chrstlich- theologische Freundschafts- und Lesezirkel, innerhalb derer diskutiert und philosophiert wurde. Das zu dieser Zeit vorherrschende Selbstempfinden der akademischen Jugend ließ sie sehr für die germanische Mythologie schwärmen, wie sie von Klopstock mit ästhetisiertem Christentum und deutschem Nationalgefühl verbunden wurde.
Im Jahre 1844, auf dem sogenannten "ersten Konzil", schlossen sich die damals noch als Vereine fungierenden Wingolfsverbindungen Erlangen, Halle und Berlin zum "Wingolfsbund" zusammen. Seitdem kamen immer weitere Verbindungen hinzu, die sich unter diesem Dachverband zusammenschlossen.
Deutsches Nationalgefühl? Studentenverbindungen sind doch nur etwas für rechtsgerichtete, arrogante Typen von gestern. Außerdem verachtet und diskriminiert ihr Frauen.
Nur weil die Gründung des Wingolfsbundes in einer Zeit stattfand, deren Gepflogenheiten dem heutigen Verständnis von ,,political correctness" sicher nicht entsprächen, möchten wir bitten dergleichen Verallgemeinerungen beiseite zu lassen.
Wir legen Wert auf Manieren, gutes Benehmen, Toleranz und Weltoffenheit. Das kann dazu führen, daß wir mit manchen Menschen weniger anfangen können als mit anderen. Das hat aber nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun.
Auch möchten wir nicht falsch verstanden werden, was unsere Einstellung gegenüber Frauen oder andersgläubige Menschen betrifft. Richtig ist, der Wingolf ist ein Männerbund und nimmt daher keine Frauen auf. Ebenso verhält es sich mit Nichtchristen, da wir wie, bereits erwähnt, eine christliche Verbindung sind. Trotzdem nehmen viele Frauen an unseren Veranstaltungen teil, seien es die Ehefrauen unserer Philister (alte Herren), Freundinnen (Frauen oder Verlobte) der Aktiven. Auch Gäste anderer Glaubensrichtungen sind gern gesehen. Niemals käme uns in den Sinn jemanden wegen seines Geschlechts oder seines Glaubens zu diskriminieren.
Da es schwer ist jemanden nur durch Worte zu überzeugen, möchten wir gerne Taten sprechen lassen. Wer bestätigt bekommen möchte, daß Studentenverbindungen nicht so schlecht sein müssen wie ihr Ruf, der sei uns herzlich Willkommen. Einfach unter Kontakt für eine der nächsten Veranstaltungen verabreden.