
Als Jakob Löwenberg 1892 das Lied dichtete, aus dem die Zeilen oben stammen, ging er schon auf die Sechzig zu. Die Stimmung war also nicht mehr jugendliche Schwärmerei. War es schon die Verklärung des Alters? Nein, es ist das Geheimnis Heidelbergs, dieses "gewisse Etwas". Es ließ fast vierzig Jahre früher - zwei Jahre nach der Gründung des Heidelberger Wingolfs - den 27jährigen Joseph Viktor von Scheffel in seinem Gedicht "Alt Heidelberg, du Feine" die Zeilen schreiben:
Wer Heidelberg als Student - insbesonder als Verbindungsstudent - erlebt hat, singt alle diese Zeilen auch über hundert oder hundertfünfzig Jahre später so, als spräche ihm Selbsterlebtes aus der Seele. Es ist das bis heute gültige Geheimnis, das Friedrich Percy Weber 1886 das "alte, ewig junge Heidelberg" genannt hat. Um Heidelberg so erleben und empfinden zu können, bedarf es wohl der glücklichen Chemie zwischen dem genius loci und der Tradition einer studentischen Verbindung - die man von ganzem Herzen bejahen kann, wenn sie vom Wingolfsmotto DI HENOS PANTA! (durch einen - Jesus Christus - alles) "gewissenhaft" gefiltert und inspiriert wird.
Heidelberg ist nicht nur die zauberhaft am Ausgang des Neckars aus dem Odenwald gelegene Altstadt. Heidelberg ist vor allem weltbekannte und moderne Universitätsstadt. Mit der ältesten Universität auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland. Das Herz dieser Universität sind immer noch die Gebäude der Alten und Neuen Universität im Herzen der Altstadt. Der Spruch über der Eingangstür der Neuen Universität berührt den Besucher fast zeitlos: "Dem lebendigen Geist!" Diesem Geist fühlt sich auch unsere Verbindung verpflichtet. Und wenn wir von unserer Verbindung direkt gegenüer dem Schloss auf der anderen Seite des Neckars hinab ins Tal blicken, so schämen wir uns nicht eines gewissen Hauchs romantischen Gefühls.
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