Geschichte des Wingolfs

Wartburgfest des Wingolfs 1891:
Im Hof der Wartburg
Im Deutschen Kaiserreich
(1871-1918)

wurde der Wingolf einerseits durch Neugründungen, das Erscheinen der Wingolfsblätter ab 1872 und eine engere Verbindung der Philister ausgebaut: 1901 schlossen sich diese organisatorisch als "Verband Alter Wingolfiten" (VAW) zusammen.
Andererseits belasteten Prinzipienkämpfe den Wingolf, die zeitweise zur Auflösung des Wingolfsbundes führten: 1873-1880 ging es um theologische Streitfragen wegen unterschiedlicher Auffassungen in den einzelnen Verbindungen hinsichtlich des christlichen Prinzips. Als Ergebnis dieses Streites wurde festgestellt, dass der Wingolf sich aus theologischen Streitfragen, Dogmatismus und Orthodoxie heraushalten solle. 1884/85 entbrannte ein weiterer Streit, diesmal um das nationale Prinzip im Wingolf. Hier kam man zu dem Ergebnis, dass die Pflege nationaler Gesinnung nicht ein eigenes Prinzip des Wingolfs, doch diese mit dem übergeordneten christlichen Prinzip vereinbar sei. Im Wingolf erfolgte damals - wie auch in anderen Korporationsverbänden - eine innere Ausrichtung auf Kaiser und Reich. Dennoch hat sich der Wingolf in seiner Entwicklung bis 1918 nicht durch die verschiedenen Zeitströmungen erschüttern lassen, sondern ist sich auf der Grundlage seines christlichen Prinzips treu geblieben. Am Ersten Weltkrieg nahmen 3800 Wingolfiten teil. Da die Verlustziffern mit 22 Prozent beträchtlich waren, richtete der VAW 1917 eine Kriegsstiftung des Wingolfs ein, die soziale Hilfe für Wingolfiten und Hinterbliebene leistete.